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Arvo Pärt zum 80. Geburtstag

(11.09.15) Mit „Sound Project“ umschreibt Kristjan Järvi sein künstlerisches Anliegen – und so tragen sämtliche jüngeren CD-Neuerscheinungen mit Järvis verschiedenen Orchestern dieses Etikett einer übergreifenden Ästhetik. Die beeindruckende Zahl an neuen Tonträgern in der letzten Zeit belegt die ungeheure Produktivität des gebürtigen Esten. Da ist es schon fast Ehrensache, seinem Landsmann und mittlerweile längst persönlichen Freund Arvo Pärt zu dessen 80. Geburtstag mit einer CD zu huldigen: Pünktlich zu diesem Tag erscheint das Album „Passacaglia“. Die Aufnahmen hierzu fanden zuletzt in diesem Juni im Gewandhaus Leipzig in Anwesenheit von Arvo Pärt statt. Und mit Hochdruck wurde an der Fertigstellung der CD gearbeitet, um sie zu dessen 80. Geburtstag am 11. September vorzulegen.

Arvo Pärt kann mittlerweile zu einem der bekanntesten und einflussreichsten Komponisten der heutigen Zeit gezählt werden. In seinen geistlichen und weltlichen Werken lebt eine tiefe Spiritualität. Zeitmaße wirken oft aufgehoben. Die Stille ist nicht weit weg in den Klangmeditationen dieses Komponisten, der nach eigenem Bekunden selber überhaupt nicht gerne redet, wo Stillsein doch die größte Inspirationsquelle sei. Geprägt haben ihn Johann Sebastian Bach und die russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Prokofjew und Schostakowitsch. Und auch die Stile der Alten Musik von der Gregorianik über die Notre-Dame-Schule bis zur Vokalpolyphonie der Renaissance üben auf Pärts Schaffen eine große Anziehung aus.
Beim Eröffnungsstück „Credo“ erklingt zusätzlich zum MDR Sinfonieorchester der exzellente MDR Rundfunkchor. Das Stück bildet zusammen mit „Mein Weg“ und „Summa“ das erste Drittel der Einspielung. Im zweiten Drittel gestaltet die amerikanische Geigerin Anne Akiko Meyers die Soloparts im sensiblen Dialog mit dem Orchester bei den Stücken „Darf ich“, der Titel gebenden „Passacaglia“ sowie bei dem weltberühmten Stück „Fratres“, welches hier in einer Fassung für Solovioline und Streicher zu hören ist.

Den Abschluss dieser Zusammenstellung bilden „Festina Lente“ (1988, überarbeitet 1990) sowie die 2015 überarbeitete und hier erstmalig aufgenommene Fassung von „La Sindone“. Dieses Stück ist eine Auftragskomposition über das berühmte Grabtuch von Turin. Zum Finale erklingt noch einmal das minimalistische “Fratres” – diesmal in einer Fassung für Streichorchester und Schlagzeug.
Seit den 60er Jahren verbindet Pärt eine enge Freundschaft mit Orchesterchef Neeme Järvi (*1937 in Tallinn), die mit der jüngeren Järvi-Generation weiterbesteht und Kristjan Järvi diese Aufnahme überhaupt erst ermöglichte. Mit diesem Album verbeugt sich der jüngere der beiden Järvi-Söhne vor seinem Landsmann und Freund und wählte neun Werke aus dessen umfangreichen Schaffen aus

Kristjan Järvi Sound Project: Arvo Pärt “Passacaglia”

Veröffentlichung: 11.09.2015 / naïve records / CD 116322 / Indigo
Österreich: Lotus Records und Indigo (MediaSaturn)
Schweiz: Musikvertrieb AG

Arvo Pärt

1. Credo│2. Mein Weg │3. Summa │4. Darf ich … │5. Passacaglia │6. Fratres │7. Festina Lente │8. La Sindone │ 9. Fratres

MDR Sinfonieorchester/MDR Rundfunkchor
Anne Akiko Meyers, Violine
Kristjan Järvi, Leitung