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"Sleepless" ist bereits das 13. Werk für Musiktheater des ungarischen Komponisten Peter Eötvös, gemeinsam in Auftrag gegeben von der Staatsoper Unter den Linden und dem Grand Théâtre de Genève

Peter Eötvös Opern-Ballade „Sleepless“ kommt als Schweiz-Premiere am  29. März ans Grand Théâtre de Genève

(09.03.22) “Sleepless” ist bereits das 13. Werk für Musiktheater des ungarischen Komponisten Peter Eötvös, gemeinsam in Auftrag gegeben von der Staatsoper Unter den Linden und dem Grand Théâtre de Genève. Das Libretto stammt von Mari Mezei, basierend auf “Trilogie” des norwegischen Autors Jon Fosse. Unter den großen lebenden Komponisten werden Peter Eötvös publikumsnahen Werke regelmäßig aufgeführt, so z. B. seine Oper “Tri sestri”, die 1998 an der Oper in Lyon ihre Weltpremiere feierte. Bereits mit großen Erfolg in Berlin Ende November aufgeführt, kommt Sleepless nun ab dem 29. März für insgesamt fünf Vorstellungen nach Genf.

Das Gesangsensemble, an der Spitze mit der norwegischen Sopranistin Victoria Randem als Alida und dem niederländischen Tenor Linard Vrielink als Asle besetzt, sowie alle weiteren SängerInnen der Ursprungsbesetzung singen auch in Genf. Auch Eötvös selbst wird bei drei Vorstellungen diesmal aber das Orchestre de la Suisse Romande dirigieren. Der junge französische Dirigent Maxime Pascal wird wie schon in Berlin die anderen beiden Aufführungen übernehmen.

Für die Inszenierung zeichnet der vielfach prämierte ungarische Film-, Theater- und Opernregisseur Kornél Mundruczó verantwortlich, der bereits 2020 bei Die Sache Makropulos in Genf Regie führte. Mit seinen Arbeiten ist er weltweit auf Festivals eingeladen, daneben inszeniert er an Theatern und Opernhäusern im deutschsprachigen und im europäischen Raum. Sein englischsprachiges Filmdebüt gab er 2020 mit dem Drama Pieces of a Woman, das seine Premiere im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig feierte und aktuell auf Netflix zu sehen ist.
Bühnenbild und Kostüme stammen von Monika Pormale, das Licht setzt Felice Ross.

Peter Eötvös hat sein Musiktheaterwerk selbst als Opern-Ballade bezeichnet, da Foss in seiner Erzählung nicht festlegt habe, in welchem Jahrhundert sich die Geschichte ereignet. „Die Ballade als Gattung bedeutet für mich auch diese unabhängige Zeitbetrachtung und das erzeugt einen anderen Klang. Eine Ballade wird grundsätzlich erzählt. Im musikalischen Material des Orchesters hört man die ganze Zeit, dass ich etwas erzähle“, so der Komponist in einem Statement zu seinem Werk.

Der Stoff handelt von einem jungen Paar, sie ist hochschwanger, und die beiden Protagonisten Alida und Asle irren im nasskalten norwegischen Küstenort Bjørgvin herum und finden keine Bleibe. Überall werden sie abgewiesen. Im verzweifelten Bemühen, seine Geliebte und das Kind zu retten, lädt Asle immer mehr Schuld auf sich. Er ermordet die Menschen, die sich ihm in den Weg stellen.

Peter Eötvös und die Librettistin Marie Mezei verweben in Sleepless Momentaufnahmen der existenziellen Suche nach Zugehörigkeit und die Frage nach Legitimität von Gewalt als Reaktion auf gesellschaftliche Gleichgültigkeit zu einem musiktheatralen Bewusstseinsstrom.

Grand Théâtre de Genève: Peter Eötvös Sleepless
Premiere: 29. März 2022, 20.00 Uhr
Weitere Aufführungen: 31. März/02. und 05. April, 20.00 Uhr und am 03. April, 15.00 Uhr

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Foto: Gianmarco Bresadolo / Staatsoper Berlin