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Uraufführung von Mark Anthony Turnages "Dialogue"

Kristjan Järvi (c) Peter Adamik

(24.07.15) Das schweizerische Gstaad Festival Orchestra kann auf einen der hellhörigsten und kreativsten Chefdirigenten zurückgreifen: Kristjan Järvi wird als schillernde Gestalt in der Musikwelt wahrgenommen, manche nennen ihn gar einen „Popstar unter den Dirigenten“. Dabei ist der in Estland geborene und in Amerika ausgebildete Dirigent und Arrangeur im Kern „nur“ ein ernsthafter Musiker – der aber in seinen vielseitigen Projekten hellwach über Genregrenzen blickt! Das noch junge Gstaad Festival Orchestra rekrutiert sich aus den besten Musikern aller führenden Schweizer Orchester. Ferner werden alljährlich einige der besten Studenten Schweizer und ausländischer Musikhochschulen für die Teilnahme am GFO ausgewählt. Ziel ist es dabei, die hochwertigen Klangkulturen und den gerühmten Musiziergeist der führenden Schweizer Orchester zusammen zu bringen, den Musikern einen Austausch zu ermöglichen und dabei jedes Jahr aufs Neue einen dynamischen und solitären Klangkörper zu erschaffen.

Am 15. August präsentiert sich Kristjan Järvi mit einem besonderen Programm beim diesjährigen Gstaad Menuhin Festival. Im Zentrum des Programms steht ein Kompositionsauftrag, der vom Gstaad-Festival und vom Schleswig-Holstein-Musik Festival gemeinsam an den Briten Mark Anthony Turnage vergeben wurde. Nach der Premiere von dessen Werk “Dialogue” im schweizerischen Gstaad folgen zwei Konzerte im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musik Festivals in Lübeck und Hamburg, sowie im Oktober zwei weitere Aufführungen mit diesem Programm in Baden-Baden und Stuttgart.
Auch solistisch ist dieses musikalische Ereignis prominent besetzt: die Cellistin Sol Gabetta und die Geigerin Patricia Kopatchinskaja versprechen auf dem Solistenpodest Weltklasse.

Kristjan Järvi

Aus seinen Klangkörpern holt Kristjan Järvi immer wieder besondere Farben und rhythmische Vitalität heraus. Überaus leichtfüßige sinfonische Interpretationen wie jüngst bei dem Projekt “Balkan Fever” mit seinem MDR-Sinfonieorchester und Solisten des Balkans oder die spannenden genreübergreifenden Vorstöße seiner New Yorker Band „Absolute Ensemble“ sind nur einige eindrückliche Beispiele. Eines steht für Järvi ganz besonders im Vordergrund: Die Botschaft muss rüberkommen. Musik ist der Ausdruck von unbedingtem Gefühl, und das Publikum ist der Adressat. Musizieren muss mit „Geist und Seele zugleich“ stattfinden, so sein Credo. Zu seinen Vorbildern gehört ein anderer Großer, der ebenfalls keine Mauern zwischen sogenannter U- und E-Musik gelten ließ: Leonard Bernstein. Entsprechend ist auch für Kristjan Järvi die populäre Musikkultur Amerikas von Gospel bis Jazz eine starke Inspirationsquelle.

Kristjan Järvi & Marc Anthony Turnage

Mark Anthony Turnages kompositorische Auffassung könnte sich als ideale Schnittstelle zwischen diesem Orchester, den beiden verpflichteten Spitzen-Solisten und Kristjan Järvis eigenen künstlerischen Idealen erweisen: Viele der bislang von Turnage vorgelegten
Kompositionen sprühen vor Bewegung und „swingen“ im besten Sinne. Sie setzen auf leuchtende Klangfarben wie sie auch Kristjan Järvis Anliegen sind und evozieren spannende
Interaktion im Orchester. In der Vergangenheit hat sich der Dirigent intensiv mit Turnages Schaffen auseinandergesetzt. So probte er mit dem L. A. Philharmonic Orchestra bereits 1999 dessen “Blood on the Floor”, führte das Stück dann 2001 mit seinem Absolute Ensemble in New York auf und leitete schließlich die Deutsche Erstaufführung (2003) mit der Kammerphilharmonie Bremen und dem Absolute Ensemble. Ein weiteres Turnage Stück “Scorched” für Jazz-Trio und Orchester präsentierte Kristjan Järvi 2008 als damaliger Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich im Festspielhaus St. Pölten.

Zum Programm

Das am 15. August in Gstaad aufgeführte neue Werk „Dialogues“ folgt dabei der formalen Idee eines Doppelkonzertes für Violine, Violoncello und Orchester.
Starke Kontraste setzen verschiedene Meisterwerke der Romantik. Die Ouvertüre liefert Nikolaj Rimskij-Korsakows betont tänzerisches „Capriccio espagnol“. Dann bietet das selten aufgeführte Virtuosenstück „La Muse et le Poète“ von Camilie Saint-Saëns, wiederum ein Dopppelkonzert, Gelegenheit für solistische Bravourparts für Sol Gabetta und Patricia Kopatchinskaja.
Den Schlusspunkt des Programms bildet die konzertante Fassung eines der berühmtesten Ballette, Tschaikowskis „Schwanensee“ im Jubiläumsjahr des Komponisten. Kristjan Järvi hat hierzu eine eigene ca. 50-minütige Version des Balletts in Form einer Konzertsuite zusammengestellt.

Sehr gespannt sein darf man auf die anstehende Konzerttournee mit Kristjan Järvi und jenem noch jungen Festival-Orchester, welches aus dem einst von Yehudi Menuhin gegründeten Gstaad-Festival hervorging, und dessen Chefdirigent er seit der Saison 2013/14 er ist.

Termine mit Kristjan Järvi & Gstaad Festival Orchestra & Sol Gabetta & Patricia Kopatchinskaja

Di │15. August 2015 │Festival-Zelt Gstaad │19.30 Uhr
Sa │19. August 2015 │Musik- und Kongresshalle Lübeck │20.00 Uhr
So │20. August 2015 │ Laeiszhalle Hamburg │ 20.00 Uhr
Sa │ 03. Oktober 2015 │ Festspielhaus Baden-Baden │ 20.00 Uhr
So │ 04. Oktober 2015 │Liederhalle Stuttgart │ 20.00 Uhr

Foto: Kristjan Järvi © Peter Adamik