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Verschiedene Musikkulturen und spannende Solisten vom 04. - 20. März in Leipzig

Maskenfestival (c) MDR Shutterstock

(02.02.16) Gemäß dem Motto der Saison 2015/2016 “Go South” führt das MASKENFESTIVAL nach Italien, Afrika und Südamerika, wo man den Masken auf der Spur ist, die in diesen Ländern eine besondere künstlerische oder religiös-rituelle Bedeutung haben und Eingang in die Musik gefunden haben.

In Kristjan Järvis Konzertprogrammen berühren sich die Kulturen. So fließen unterschiedlichste Genres zu einem großen Ganzen zusammen, woran dem Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters so gelegen ist. Dazu geholt hat er sich mit Gabriela Montero und Francesco Tristano Innovatoren der klassischen Musikszene sowie mit dem Stefano Bollani Danish Trio eine hellhörige Jazzformation auf der Höhe der Zeit.

Integration und Toleranz werden schon beim Auftaktkonzert großgeschrieben, wenn am 04. März Stefan Bollanis Danish Trio maximale improvisatorische Freiheit in den MDR Würfel bringt. Stefano Bollani, der kreative Tastenmelodiker aus Italien, bildet mit seinen langjährigen dänischen Mitstreitern Jesper Bodilsen und Morten Lund eine faszinierende Symbiose.

Masken spielten beim römischen Karneval eine Rolle. Genauso heißt eine Komposition von Hector Berlioz, welche das MDR Sinfonieorchester unter Kristjan Järvis Leitung aufführt. Das Konzert im Gewandhaus will ein Gipfeltreffen der kreativen Tastenvirtuosen sein: Auf Stefano Bollani trifft an diesem Abend der Luxemburger Francesco Tristano. Dessen Markenzeichen ist es vor allem, Stilepochen miteinander kurz zu schließen. Zum ersten Mal seit 1997 hat Tristano aktuell wieder ein sinfonisches Werk aus der Taufe gehoben: “Island Nation” heißt jenes neue Klavierkonzert, welches am 5. März seine Uraufführung erlebt. Thematisch geht es um eine utopische Insel-Gesellschaft – zudem gibt diese neue Komposition viel Freiraum für improvisierte Parts.

Die elementare Kraft von Klängen und Tönen steht für Kristjan Järvi in engem Zusammen-hang mit der Magie der Natur. Der US-amerikanische Komponist Philip Glass ist diesbezüglich ein Seelenverwandter für Järvi. Am Dienstag, 8. März integriert dessen Suite „Aguas da Amazonia“ in einer Fassung für Orchester, die eigentümlichen Klangfarben brasilianischer Instrumente mit dem pulsierenden Duktus der Musik des Minimalisten.

Ebenfalls in dieser Spielstätte demonstriert am 10. März der Jazzklarinettist Eddie Daniels, dass gute Musik keine Grenzen kennen darf, wenn er den berühmten „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi ihren ganz besonderen Charakter verleiht: „A new Four Seasons for the 21st Century“ für Klarinette, Jazztrio und Orchester nennt er seine Fassung.

Traditionelle Maskenfestivals vereinen in Westafrika die Vielfalt der Kulturen und Bräuche. Ein solcher Festival-Titel hat gerade in heutigen Tagen eine besondere Aktualität. Geradezu idealtypisch dafür steht Mauricio Kagels „Schwarzes Madrigal“, das im Nachtgesang am Freitag, 11.03. um 22 Uhr in der Peterskirche zur Aufführung kommt. Das Werk für Chorstimmen und Instrumente macht erfahrbar, dass die Fremdheit von Sprachen gerade dann faszinieren kann, wenn man sie nicht versteht. Hier werden phonetische Klänge aus afrikanischen Worten, vor allem Namen, entwickelt und entfalten eine eigene, sehr spezielle Musiksprache.

Masken sind auch ganz eng mit der „Comedia dell Arte“ verbunden. Vor allem im Italien des 16. Jahrhunderts stand die „Commedia dell Arte“ für eine Form darstellerischer Frechheit: Auf der Bühne wurde improvisiert und auch der beißende Spott bekam bis dahin ungeahnte öffentliche Freiräume. „Masks off!“ heißt es beim Vormittagskonzert am 13. März mit dem MDR Sinfonieorchester im Leipziger Gewandhaus: Till Eulenspiegel, Scaramouche und Pulcinella sind musikalische Figuren, die in der kompositorischen Sprache von Richard Strauss, Darius Milhaud und Igor Strawinsky zum Klingen gebracht werden.

Wie sich Musikwelten gegenseitig befruchten, wird einmal mehr am 16.03. ausgelotet. In Daniel Schnyders „African Oratorio“ treffen der melodische Reichtum aus zahllosen afrikanischen Musiksprachen auf die ganze Bandbreite sinfonischer Gestaltungsmittel. Thematisch geht es hier um ein afrikanisches Heldenepos über den mächtigen König Sundiata Keïta, der das Königreich Mali im 14. Jahrhundert gründete. Komponist Daniel Schnyder kennt Kristjan Järvis intuitives Gespür für universale Grenzgänge ohnehin am allerbesten: Schnyder ist nämlich Saxofonist in Kristjan Järvis Absolute Ensemble.

Müssen Musiker der klassischen Disziplin immer reproduzierende Interpreten von bereits geschriebener Musik sein? Die Pianistin Gabriela Montero verneint diese Frage entschieden! Die Venezolanerin hat der Spontan-Improvisation zu einem neuen Kultfaktor auf den Konzertbühnen verholfen. Nun tritt Gabriela Montero auch als Komponistin in Erscheinung. Am 20. März wird im Gewandhaus ihr erstes Klavierkonzert mit dem Titel „Latin“ uraufgeführt. Eingerahmt wird dieses Debüt von einem der Lieblingswerke von Kristjan Järvi, dem Capriccio Espagnol von Nikolai Rimski-Korsakov sowie der sinfonischen Dichtung „Aus Italien“ von Richard Strauss.

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