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Kevin John Edusei und die Münchner Symphoniker mit der niederländischen Cellistin Harriet Krijgh

Harriet Krijgh (c) Nancy Horowitz

(30.09.15) „Musik ohne Affekte und Leidenschaften ist bedeutungslos.“ Ganz in diesem Sinne schreibt Luigi Boccherini 1771 in seiner Funktion als “Kammerkomponist und Virtuose” des Infanten Don Luis von Spanien die sechste seiner insgesamt 31 Sinfonien. Das Werk, das „nach dem Vorbild von Monsieur Glucks Don Juan angelegt ist und die Hölle darstellt“ trägt den Titel „La Casa del Diavolo“, zu Deutsch „Das Haus des Teufels“. Heute für seine zahlreichen Cello-Werke bekannt, gilt Boccherini wohl als der letzte und einer der bedeutendsten Komponisten des Rokoko. Kevin John Edusei und seine Münchner Symphoniker packen es “historisch informiert” an.

Das Violoncello und die Epoche des Rokoko sind elementare Bestandteile des zweiten Programmpunktes des Abends, Peter I. Tschaikowskys Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester op. 33. Das im Winter 1876 in Moskau entstandene Werk ist Ausdruck Tschaikowskys Verehrung der Ästhetik der Wiener Klassik, wobei der „Rokoko“ des Titels lediglich in der kleinen Orchesterbesetzung sowie im klaren Aufbau aus Thema und Variation zu erkennen ist. Melodik und Harmonik sind unverkennbar durch die musikalische Ausdrucksweise Tschaikowskys charakterisiert und fordern vom Solo-Cellisten ein Höchstmaß an Spielbrillanz und technischer Bravour.
Solistin des Abends ist die 23-jährige niederländische Cellistin Harriet Krijgh, die mit ihrem mitreißenden, glutvollen Interpretationsstil begeistert. Konzerte führten die junge Künstlerin bereits in renommierte Säle wie den Musikverein Wien, das Concertgebouw Amsterdam, die Philharmonie Essen und das Konzerthaus Dortmund. Sie war unter anderem zu Gast bei den Schwetzinger Festspielen, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und bei den Haydn Festspielen Eisenstadt, und debütierte erfolgreich mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem NDR Sinfonieorchester Hamburg. Im Herbst 2015 geht sie mit der Academy of St. Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner auf Tournee. Im Oktober erscheint auch ihre neue CD beim Label Capriccio mit Werken für Cello und Klavier von Sergei Rachmaninow.

Während Tschaikowskys galant-verspielte Rokoko-Variationen eine Verbeugung gegenüber der Vergangenheit darstellen, sprengt Ludwig v. Beethoven zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit seiner 3. Symphonie die bis dahin gültigen musikalischen Konventionen. Mit seiner „Eroica“ entwirft Beethoven nach der Französischen Revolution ein musikalisches Porträt seines Idols, Napoleon. Nachdem dieser sich jedoch im Jahr 1804 selbst zum Kaiser gekrönt hatte, nahm Beethoven die Widmung mit den Worten „Nun wird auch er ein Tyrann werden!“ zurück. Kevin John Edusei ist erstmalig mit dieser Symphonie bei den Münchner Symphonikern zu hören.

*Programm:
*

Luigi Boccherini | Sinfonie Nr. 6 d-moll „La casa del diavolo“
Peter I. Tschaikowsky | Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester op. 33
Ludwig v. Beethoven | Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

Termine:
Montag | 19. Oktober | 20:00 Uhr | Prinzregententheater, München | 19:30 Uhr Präludium
Sonntag | 13. Dezember | 15:30 Uhr Prinzregententheater, München

Tickets: MünchenMusik und München Ticket

Foto: Harriet Krijgh © Nancy Horowitz