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Von militärischen Konflikten geprägte Werke der Musikgeschichte

Alexander Krichel (c) Uwe Arens

(27.04.2015) Auch kriegerische Auseinandersetzungen mögen von Zeit zu Zeit die musikalische Ausstrahlung bestimmter Werke prägen. Joseph Haydn komponiert seine 100. Symphonie im Jahr 1794. Als eine der Londoner Symphonien erhält sie aufgrund der verwendeten Marschmelodien und der Erweiterung des Schlagwerkes um eine große Trommel, Triangel und Becken schließlich den Beinamen „Militärsymphonie“.
Auch das Werk „Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen“ von Mauricio Kagel bedient sich insbesondere der Musikgattung des Marsches. Der 1931 geborene Komponist argentinischer Herkunft stellt eine der führenden Persönlichkeiten der Neuen Musik in Deutschland dar und arbeitete zeitlebens zudem als Regisseur und Produzent von Hörspielen und Filmen. Das Werk für einen politischen Redner, Marschklänge und Lautsprecher komponiert Kagel 1978/79 für sein Hörspiel „Der Tribun“. Es analysiert die Typologie der politischen Rede: Inwieweit ist es einem Staatsführer möglich mittels schauspielerisch perfekt einstudierter Rhetorik die Bevölkerung zu vereinnahmen? In Kagels Werk wird durch rhythmische Verschiebung und Verzerrung jeder militärische Gleichschritt unmöglich gemacht: Es entsteht Musik, die den Sieg verfehlen muss, die vermeintliche Kriegsrhythmen zu Friedensklängen macht.
Anders als bei Maricio Kagel, dominiert in Leoš Janáčeks Komposition „Taras Bulba“ eine Kriegsbegeisterung. Das zwischen 1915 und 1918 entstandene Werk ist Resultat der glühender Begeisterung Janáčeks für die kämpfende russische Nation. Der Titel der dreiteiligen symphonischen Rhapsodie bezieht sich auf Gogols Romanbearbeitung der ukrainischen Sage des Kosaken Taras Bulba, der nach erfolgreichem Kampf gegen die Polen im Jahr 1628 den Heldentod starb. Die Tondichtung, die in allen drei Sätzen namentlich den Tod thematisiert, gilt als eines der Hauptwerke des symphonischen Schaffens Janáčeks.
Während sich Napoleon auf dem Höhepunkt seiner Macht befindet, arbeitet Ludwig van Beethoven in den Jahren 1808 und 1809 an seinem fünften und letzten Konzert für Klavier und Orchester, das noch heute den Beinamen „Emperor“ – Kaiserkonzert – trägt. Beethoven geht es in dieser Partitur jedoch nicht um die Verherrlichung der Macht, sondern um den heroischen Kampf des aufgeklärten Geistes, der schon die „Eroica“ bestimmt hatte.

Der 1989 geborene Pianist Alexander Krichel konzertiert nach seinem Münchner Orchester-Debüt im März 2013 zum zweiten Mal mit den Münchner Symphonikern, heuer unter Leitung von Kevin John Edusei. Als mehrfacher erster Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe, unterschrieb der gebürtige Hamburger 2011 einen Exklusivvertrag bei SONY Classical. Auf die Veröffentlichung seines ersten Albums „Frühlingsnacht“ 2013, folgte eine Deutschlandtournee, die Alexander Krichel in renommierte Konzertsäle wie das Konzerthaus Berlin, die Laeiszhalle Hamburg, die Tonhalle Düsseldorf sowie den Herkulessaal und das Prinzregententheater in München brachte. Im gleichen Jahr wurde er mit dem „ECHO Klassik“ als Nachwuchskünstler des Jahres ausgezeichnet. Der junge Pianist konzertierte bereits mit namenhaften Orchestern, darunter die Bamberger Symphoniker, Dresdner Philharmoniker, Bremer Philharmoniker, das Kammerorchester der Staatskapelle Berlin sowie das Festivals Strings Lucerne. Zudem gastierte Alexander Krichel bereits bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern, beim Kissinger Sommer sowie beim Schleswig-Holstein und Rheingau Musik Festival

Programm:
Mauricio Kagel | „Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen“
Joseph Haydn | Symphonie Nr. 100 G-Dur Hob. I:100 „Militärsymphonie“

Leoš Janáček | „Taras Bulba“ – Rhapsodie für Orchester JW 6/15

Ludwig van Beethoven | Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73

Alexander Krichel, Klavier
Kevin John Edusei, Leitung
Münchner Symphoniker

Mittwoch │ 6. Mai│ 20:00 Uhr │ Herkulessaal | Gelbe Couch 19:30 Uhr

Alexander Krichel mit den Münchner Symphonikern außerdem:
Montag │ 4. Mai │ 20:00 Uhr │ Prinzregententheater | Präludium 19:30 Uhr
Bei diesem Konzert erklingt anstatt Kagel Beethovens “Coriolan”-Ouvertüre.

Tickets: MünchenMusik und München Ticket

Foto: Alexander Krichel © Uwe Arens