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Wandlungen: Konzert mit Kevin John Edusei & Hyeyoon Park

Kevin John Edusei (c) Marco Borggreve

(28.10.14) Neben Brahms vierter Symphonie, die während zweier Urlaubsaufenthalte (1884/85) in Mürzzuschlag entstand und am Schluss des Konzertabends erklingt, stehen auf dem Programm von Chefdirigent Kevin John Edusei Walter Braunfels' Symphonische Variationen über ein altfranzösisches Volkslied. Der 1882 in Frankfurt geborene Braunfels begann als aufstrebender Komponist in der brodelnden künstlerischen Aufbruchsstimmung in München Anfang des 20. Jahrhunderts. Er entwickelte sich zum Shootingstar der zeitgenössischen Musikszene und fand 1933 nach Berufs- und Aufführungsverbot durch die Nationalsozialisten zu einer sehr individuellen Klangsprache. Die Symphonischen Variationen gehören zu seinem Frühwerk und sind schwelgerisch spätromantisch geprägt. Beinah als Zeitgenossen kann man den 1897 in Brünn geborenen Erich Wolfgang Korngold bezeichnen, der als Wunderkind galt. Als Komponist erlangte er großen Ruhm durch die Oper “Die tote Stadt” aus dem Jahre 1920 und sah sich als Vertreter der modernen Klassik. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft musste Korngold 1934 in die USA emigrieren und landete in Hollywood, wo ihm eine außerordentliche Karriere als Filmkomponist gelang. Er erhielt für die Filmmusiken zu “Ein rastloses Leben” und “Robin Hood, König der Vagabunden” jeweils den Oscar.
1946 beendete er weitgehend die Arbeit an Filmmusiken und wandte sich wieder der klassischen Orchestermusik zu. 1946 entstand das Cellokonzert op. 37, 1947 das Violinkonzert D-Dur, welches von keinem Geringeren als Jascha Heifetz uraufgeführt wurde. Erich Wolfgang Korngolds effektvolles Meisterwerk gehört heute zu den vielgespielten Violinkonzerten des internationalen Repertoires, nachdem es – zwischenzeitlich vergessen – in den 1970er Jahren neu verlegt wurde und dadurch eine enorme Renaissance erlebte.
Mit der Geigerin Hyeyoon Park findet Korngolds Violinkonzert eine herausragende Interpretin, der es mit ihrer brillanten Interpretation 2009 gelang, als jüngste Teilnehmerin in der Geschichte des ARD-Musikwettbewerbs den 1. Preis zu erringen. Nun kehrt Hyeyoon Park mit ebendiesem Werk in den Herkulessaal zurück und debütiert bei den Münchner Symphonikern unter ihrem Chefdirigenten Kevin John Edusei.

Die heute 22-jährige Südkoreanerin erhielt ihren ersten Geigenunterricht mit vier Jahren und wurde bereits zwei Jahre später als Jungstudentin an der “Korean National University of Arts” aufgenommen. Ab 2003 studierte sie bei Piotr Milewski in Cincinnati/USA und wechselte im Jahre 2006 als Vierzehnjährige an die Berliner Hochschule für Musik “Hanns Eisler” zu Antje Weithaas. Seit 2010 studiert sie als „Junger Solist“ an der Kronberg Academy bei Christian Tetzlaff.

Die Konzertkarriere von Hyeyoon Park begann mit dem Debüt beim Seoul Philharmonic Orchestra im Alter von erst neun Jahren. Seitdem spielte sie bereits mit vielen namhaften Klangkörpern national und international und ist regelmäßig zu Gast bei bedeutenden europäischen Festivals. Im Kammermusikbereich bildet sie mit dem Pianisten Florian Uhlig ein Duo und ist zudem eine begehrte Partnerin für renommierte Kollegen wie Gidon Kremer, András Schiff, Yuri Bashmet, Daniel Hope, Lars Vogt, Alban Gerhardt und Jan Vogler.

Ab 19.30 Uhr gibt es im Vorprogramm der Münchner Symphoniker die Möglichkeit, Kevin John Edusei mit Annette Josef im Gespräch zum Programm des Abends zu erleben.

Programm:
Walter Braunfels: Symphonische Variationen über ein altfranzösisches Kinderlied op. 15
Erich Wolfgang Korngold: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 4 e-moll op. 98

Hyeyoon Park, Violine
Kevin John Edusei, Leitung

Tickets. MünchenMusik und München Ticket

Foto: Marco Borggreve