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Ning Feng & Ariel Zuckermann erstmalig zu Gast bei den Münchner Symphonikern

Ariel Zuckerman (c) Felix Broede

(06.04.15) Niccolò Paganini gilt mit seinem grenzenlosen Talent und seiner expressiven Virtuosität als Gründer des Geniebegriffs des 19. Jahrhunderts. Insbesondere die 24 Capriccios für Violine und die Violinkonzerte des legendären Teufelsgeigers gehören zum anspruchsvollsten Standardrepertoire großer Geigenvirtuosen. Mit seinem 1817/1818 entstandenen Violinkonzert Nr. 1 wird der aus China stammende Violinist Ning Feng die Zuhörer mit zahllosen technischen Raffinessen des Soloparts in Atem halten.
Der Gewinner des internationalen Violinwettbewerb „Premio Paganini“ 2006 konzertierte bereits weltweit mit namenhaften Orchestern wie dem Budapest Festival Orchestra, der Russischen Staatssinfonie, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, dem Konzerthausorchester Berlin und dem Hong Kong Philharmonic Orchestra sowie in großen Konzertsälen wie dem Konzerthaus Berlin, dem Sydney Opera House, dem Shanghai Grand Theatre und dem NCPA Beijing. Seine Diskographie beinhaltet neben zahlreichen solistischen Einspielungen auch die 2014 erschiene Einspielung Bruchs Schottischer Phantasie für Violine und Orchester sowie Tschaikowskys Violinkonzert mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin.
Ein weiteres Debüt bei den Münchner Symphonikern bedeutet der Konzertabend für den Dirigenten Ariel Zuckermann. Die Übernahme des Chefdirigats des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt 2007, seine Funktion als Assistent von Iván Fischer beim Budapest Festival Orchestra 2003/2004 sowie seine zahlreichen Dirigate u.a. beim Bayerischen Staatsorchester, Sinfonieorchester Basel, Luzerner Sinfonieorchester, WDR Sinfonieorchester Köln, Israel Philharmonic Orchestra, Tschechische Philharmonie, Bamberger Symphoniker, Deutsche Radio Philharmonie und NDR Radiophilharmonie, machen Zuckermann zu einem der gefragtesten Dirigenten der jüngeren Generation.
Mit Franz Berwald und Joseph Martin Kraus, beide schwedische Komponisten mit deutschen Wurzeln, stehen auch zwei wenig gespielte Werke auf dem Programm. Berwalds Musik stieß mit ihren kühnen harmonischen Konstruktionen in der eher konservativ geprägten schwedischen Musikwelt seinerzeit auf wenig Verständnis. Empfand das schwedische Publikum seine Kunst als „bizarr“, so gilt Berwald heute als Schwedens bedeutendster Komponist des 19. Jahrhunderts. Seine dreiaktige Oper „Estrella de Soria“ wurde 1862 an der Königlichen Oper in Stockholm uraufgeführt, fand aber trotz mehrfacher Wiederholungen nie den Weg in das gängige Repertoire. Die Ouvertüre hingegen erreichte einen hohen Bekanntheitsgrad.


Während Berwald in Schweden alle Karrierechancen versagt blieben, gelang dem 40 Jahre früher geborenen Joseph Martin Kraus dort als zweiter Kapellmeister am königlichen Hof und als Direktor der Königlich Schwedischen Musikakademie zu Lebzeiten der musikalische Durchbruch. Während Kraus’ Europareise entstand 1782 in Wien seine Sinfonie c-Moll, deren Abschrift er Joseph Haydn zum Geschenk gemacht hatte. Kein geringerer nennt Kraus einen „Mann von Genie“ dessen Sinfonie in C er als „ein Werk, welches in allen Jahrhunderten als ein Meisterstück gelten wird“ bezeichnet.
Von Joseph Haydn selbst steht die zweite seiner sechs Pariser Symphonien auf dem Programm. Das aus dem Jahr 1785 stammende Werk trägt den Beinamen „La Poule“ (Die Henne), der auf einer motivisch markanten Oboenfigur im ersten Satz der Symphonie beruht.

Programm:
Joseph Martin Kraus | Symphonie c-moll

Niccolò Paganini | Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 b-moll op. 7

Franz Berwald | Ouvertüre zu „Estrella de Soria“

Joseph Haydn | Symphonie Nr. 83 in g-Moll Hob. I:83 „La Poule“

Ning Feng, Violine
Münchner Symphoniker
Ariel Zuckerman, Leitung

Foto: Felix Broede