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Kevin John Edusei & Jan Vogler mit Werken von Bruch, Schumann und Mahler

Jan Vogler (c) Mat Henneck

(08.12.15) Mit Gustav Mahlers erster Symphonie präsentiert sich der Chef der Münchner Symphoniker am 16. Dezember zum ersten Mal mit einer Mahler-Symphonie bei seinem Orchester. Sie bildet den Abschluss des Konzertabends „Titan“ in der Chef-Abo-Reihe im Herkulessaal.

Erstmalig das Orchester zu diesem Anlass den Starcellisten Jan Vogler. Dieser wird neben Schumanns berühmtem Cellokonzert in a-moll mit dem Adagio aus Max Bruchs “Kol Nidrei” den Auftakt geben. Jan Vogler begann seine Karriere als Konzertmeister der Violoncelli bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden im Alter von 20 Jahren. Diese Position gab er 1997 auf, um sich vollends auf seine solistische Tätigkeit zu konzentrieren, zu deren Höhepunkten u. a. Auftritte mit Orchestern wie dem New York Philharmonic, den Chicago, Boston, Pittsburgh, Montreal und Cincinnati Symphony Orchestras, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern und den Münchner Philharmonikern zählen. Darüber hinaus ist Jan Vogler künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals bei Dresden und seit 2008 Intendant der Dresdner Musikfestspiele. Teil Volglers umfangreicher Aufnahmen ist seine CD mit Suiten von J. S. Bach für Cello solo, für die er 2014 einen ECHO Klassik erhielt.

Max Bruch verarbeitet in “Kol Nidrei” Melodien jüdischen Ursprungs, in denen das Solo-Cello dominiert. Es wirkt in der Begleitung überwiegend durch die Streichergruppe beinah kammermusikalisch-intim. Bruch widmete es dem Cellisten Robert Hausmann, der ihn wie einige andere Cellisten mehrfach darum gebeten hatte, für das Cello ähnlich brillante und dem Solisten große Entfaltungsmöglichkeiten bietende Werke wie für die Violine zu schreiben. 1881 wurde das Werk im Gewandhaus zu Leipzig uraufgeführt.

Robert Schumanns Cellokonzert in a-moll ist sein einziges Konzert für dieses Instrument. Den Cellisten seiner Zeit war das Werk wohl schlicht zu schwierig und die suchende, fast rhapsodische Form mit den drei ineinander übergehenden Sätzen zu fremd. Nachdem sich das Werk erst im 20. Jahrhundert nach und nach durchsetzen konnte schwärmen Musiker und Publikum heute von der Ausdrucksvielfalt, dem suchenden, elegischen Beginn, dem ganz nach innen gekehrten Gesang des langsamen Satzes und dem gewitzten, dabei halsbrecherisch virtuosen Finale.

Gemäß dem für diese Saison geltenden Motto von Kevin John Edusei, die Fühler musikalisch ein wenig mehr in Richtung Spätromantik auszustrecken, steht Gustav Mahlers Symphonie Nr. 1 am Beginn dieses Vorhabens, gefolgt von Bruckners vierter Symphonie (am 24. Februar 2016). Mahlers Werk entstand in der Zeit von Januar bis März 1888 in Leipzig, die Vorarbeiten reichen jedoch bis in das Jahr 1884 zurück. Die Anregung hierzu hat der Komponist seinem ersten Liederzyklus, den Liedern eines fahrenden Gesellen entnommen. Der Titel “Titan” lehnt sich an Jean Pauls gleichnamigen Roman an und spiegelt das aussichtslose Ringen des Menschen mit seinem Schicksal wider. Dennoch muss man Mahlers
Musik als voraussetzungslos beschreiben. Er formulierte selbst hierzu: “Die Komposition hat das Programm verschluckt.”

Mittwoch | 16. Dezember | 20:00 Uhr | Herkulessaal | 19:30 Uhr „Gelbe Couch“

Programm:
Max Bruch: “Kol Nidrei” – Adagio für Violoncello und Orchester op. 47
Robert Schumann: Konzert für Violoncello und Orchester a-moll op. 129
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 D-Dur “Der Titan”

Jan Vogler, Violoncello
Kevin John Edusei, Leitung
Münchner Symphoniker

Tickets: MünchenMusik und München Ticket

Foto: Jan Vogler © Mat Henneck