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Der deutsche Theaterregisseur Ulrich Rasche inszeniert mit Richard Strauss‘ Elektra am Grand Théâtre de Genève zum ersten Mal eine Oper.

Der deutsche Theaterregisseur Ulrich Rasche inszeniert mit Richard Strauss‘ Elektra am Grand Théâtre de Genève zum ersten Mal eine Oper.

(12.01.22) Bereits 2019 widmete sich Ulrich Rasche dem gleichnamigen Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, dessen Text auch die Grundlage für Strauss‘ Oper bildet, am Residenztheater in München. Zu sehen war dort auf der Bühne ein Konstrukt aus einem Theatermaschinen-Objekt, einem gigantischen, dabei sehr beweglichen Lochblech-Zylinder bestehend aus mit sich permanent in alle Richtungen drehenden (und sich immer wieder neigenden) Metallscheiben auf mehreren Metern Höhe. Ein martialischer Endzeit-Rundturm. Dieses für Rasche typische Element, er zeichnet auch für das Bühnenbild, wird mit einem neuen Erweiterungs-Ausbau auch in Genf zu sehen sein. Mit zum Regieteam gehören Sara Schwartz und Romy Sprinsguth (Kostüme), Michael Bauer (Licht) und Toni Jessen (Choreographie).

Der renommierte Regisseur mit Kultstatus inszenierte bisher an allen großen deutschsprachigen Theatern in Berlin, Wien, München, Salzburger Festspielen bis Basel mit seiner typischen Ästhetik des Rituellen und imposant Visuellen, die ihn geradezu prädestiniert für die antiken Tragödien. Für seine erste Opernarbeit hat er sich bereits im Vorfeld mit Jonathan Nott über das Zusammenwirken der Elemente der Inszenierung im Kontext mit der Musik ausgetauscht.
Strauss‘ Oper geizt nicht mit Morden und erhöhten Gefühlen. Es gibt wahrscheinlich kein weiteres Musikbeispiel zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das so virulent und mit so einer musikalischen Energie (Kraft) und Dramatik ausgestattet ist. Strauss bietet dabei einen einzigen Akt von großer Prägnanz und kaum mehr als anderthalb Stunden Musik, bis Elektra ihre Ziele erreicht hat: Rache zu nehmen an der Ermordung ihres Vater Agamemnon durch ihre Mutter Klytemnästra.

An erster Stelle steht bei dieser spürbar werdenden expressiven Energie das Orchester. Strauss‘ Musik, ihre Hyperkomplexität, nährt sich aus mehr als 50 vom Ohr identifizierbaren Motiven. Diese geben Hinweise auf die Personen, Intentionen, Atmosphären und Affekte. Es werden mehr als 100 Musiker (innen) für Elektra benötigt. Es entsteht ein riesiger Klang.

Diese musikalische Herausforderung ist bei Jonathan Nott, langjähriger früherer Chef-Dirigent der Bamberger Symphoniker, ideal aufgehoben, der nach pandemiebedingten Absagen nun zum ersten Mal im Saal des Grand Théâtre sein Orchester leiten wird. Das Sängerinnen-Trio besteht aus drei exzeptionellen Interpretinnen dieses Repertoires: In der Titelrolle ist die schwedische Sopranistin Ingela Brimberg zu erleben, an ihrer Seite die Amerikanerin Sara Jakubiak als ihre Schwester Chrysothemis – und als ihre Mutter Klytemnästra – die deutsche Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner. Den Ägisth singt Michael Laurenz, den Orest Karoly Szemeredyund, und der Pfleger wird von Michael Mofidian verkörpert.

Grand Théâtre de Genève: Richard Strauss: Elektra

Premiere: 25. Januar 2022, 20.00 Uhr

Weitere Aufführungen: 29. / 31. Januar und 02. / 04. Februar – 20.00 Uhr und am 06. Februar – 15.00 Uhr

Foto: Probe Elektra © Carole Parodi